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Zentralrat der Jenischen begleitet Austausch zur Wohnsituation in Singen
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Der Zentralrat der Jenischen hat sich am 9. März 2026 in Singen für die Interessen jenischer Anwohnerinnen und Anwohner der Fittingstraße eingesetzt. Im Mittelpunkt eines Besuchs vor Ort standen die Wohnsituation und die Zukunftsperspektiven der dort seit Generationen lebenden Familien.
Ausgangspunkt des Treffens war die Sorge der Bewohner, dass häufige Eigentümerwechsel und negative Erfahrungen mit Wohnbaugesellschaften ihre gewachsenen Familiengemeinschaften gefährden könnten. Nach Angaben des Zentralrats befürchteten die Anwohner, dass Kündigungen die jenisch geprägten Strukturen in der Fittingstraße dauerhaft beeinträchtigen könnten.
An dem Austausch nahmen Oberbürgermeister Bernd Häusler, Thomas Meyer von der Wertgrund Immobilien AG, die Bewohnervertreterin Nina Kreuter, Anett Gollent von der AWO Singen und Beisitzerin des Zentralrats sowie der 1. Vorsitzende Renaldo Schwarzenberger und der 2. Vorsitzende Robin Graf teil. Beide Vorsitzenden des Zentralrates waren dafür aus Bayern angereist.
Der Termin verdeutlichte die Rolle des Zentralrats als Interessenvertretung der Jenischen. Er begleitet Anliegen aus den Gemeinden, bringt Betroffene mit Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft an einen Tisch und setzt sich dafür ein, dass jenische Lebensrealitäten in Entscheidungen einbezogen werden. Damit übernimmt der Zentralrat auch konkrete Lobbyarbeit für die Belange von Jenischen.
Bei dem Gespräch sagte Thomas Meyer von der Wertgrund Immobilien AG den Bewohnern die Fortführung ihrer Mietverhältnisse zu. Zudem übergab er einem jungen Jenischen, der in der betreffenden Wohnung aufgewachsen ist, eine frisch renovierte Einheit. Oberbürgermeister Bernd Häusler kündigte an, die Anliegen der Jenischen in Singen auch künftig zu unterstützen.
Aus Sicht des Zentralrats zeigt das Treffen, wie wichtig politische Begleitung und direkte Interessenvertretung vor Ort sind. Wenn es um Wohnraum, soziale Stabilität und den Erhalt jenischer Familiengemeinschaften geht, will der Zentralrat Ansprechpartner sein und die Anliegen der Betroffenen gegenüber Entscheidungsträgern vertreten.