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Gedenktafel „Gleis ins Vergessen“ am Bahnhof Köln-Deutz eingeweiht
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Am Bahnhof Köln-Deutz (tief) ist ein neuer Erinnerungsort für Sinti, Roma und Jenische entstanden. Die Gedenktafel „Gleis ins Vergessen“ erinnert an die Deportationen während des Nationalsozialismus und macht die Geschichte direkt am historischen Ort sichtbar.
Erinnerungsort am historischen Tatort
Von Köln-Deutz aus wurden während der NS-Zeit zahlreiche Sinti, Roma und Jenische in Ghettos sowie Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Heute ist der Bahnhof ein wichtiger Knotenpunkt im Kölner Bahnverkehr – und zugleich ein Tatort der Geschichte.
Mit der Gedenktafel „Gleis ins Vergessen“ wird dieser Ort als Schauplatz der Verfolgung markiert. Die Initiative für das Projekt geht auf die Sinti Allianz Deutschland NRW e. V. zurück. Umgesetzt wurde es im Rahmen des bundesweiten Programms MemoRails.
Über einen QR-Code an der Tafel erhalten Besucherinnen und Besucher Zugang zu Biografien betroffener Familien sowie zu einer begleitenden Podcast-Reihe, die die Verfolgungsgeschichte von Sinti, Roma und Jenischen dokumentiert.
Beteiligung des Zentralrats der Jenischen
Zur Einweihung der Gedenktafel am 11. Juli 2026 war auch der Zentralrat der Jenischen in Deutschland e. V. eingeladen. Der Zentralrat wurde durch seinen wissenschaftlichen Referenten und Ethnologen Martti Zeyer vertreten.
In seinem Beitrag betonte Zeyer die besondere Bedeutung des Ortes für die jenische Gemeinschaft: „Und deswegen bin ich sehr froh, dass hier auf dem tollen Projekt, das endlich umgesetzt wurde, weil der Deutsche Bahnhof symbolisch, also symbolträchtiger kann es nicht sein, dass auch jenische erwähnt werden, neben Sinti und Roma, weil auch sie waren Opfer von Verfolgung. Und sind heute noch Opfer von Diskriminierung und Stigmatisierung.“
Damit wird deutlich: Die Einbeziehung der Jenischen in das Projekt ist mehr als eine formale Nennung. Sie rückt eine Gruppe in den Blick, deren Verfolgung lange kaum öffentlich erinnert wurde.
Geschichte sichtbar machen
Zeyer erinnerte in Köln-Deutz auch an die historische Verfolgung der Jenischen und ihre Nähe zu den Erfahrungen von Sinti und Roma: „Jenischen sind ein fahrendes Volk, wobei viele auch nicht mehr fahren. Und sind ähnlich wie Sinti und Roma, Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung betroffen. Und waren auch im Nationalsozialismus Opfer von Verfolgung, Deportation, Entrechtung etc.“
Die Gedenktafel „Gleis ins Vergessen“ knüpft genau daran an. Sie macht die Geschichte der deportierten Sinti, Roma und Jenischen an dem Ort sichtbar, an dem für viele der Weg in die Verfolgung begann.
Für den Zentralrat der Jenischen ist der neue Erinnerungsort zugleich ein wichtiger Schritt, jenische Geschichte und Gegenwart in der deutschen Erinnerungskultur zu verankern – und damit die Grundlage zu stärken für das zentrale Anliegen des Verbandes: den Erhalt der Kultur und die Anerkennung der Jenischen als Volk in der Bundesrepublik Deutschland.